Grillzangen

Neu: Grillseminare mit Smokey jetzt auch mit einer Einführung in das keramische Grillen auf dem monolithlogoklein

 

Der Grillzangentest aus der Reihe Smokeytest:

Ich habe mir gedacht, dass ein kleiner Grillzangentest nicht das schlechteste sein dürfte. In unserer Grillmannschaft testen wir ständig neue Modelle im Training und im Wettkampfeinsatz. Also hat Smokey keine Kosten und Mühen gescheut und ist schnorren gegangen, um an ordentliche Teststücke für Grillzangen zu kommen, die gleich im Grillteam auf Herz und Nieren getestet wurden. An dieser Stelle geht mein besonderer Dank an unseren Stocki ( www.bbq-profi.de ). Er hat mir einen Teil der Testgeräte zur Verfügung gestellt. DSC_6492

Zunächst haben wir die lange und die mittlere Grillzange von Cuisipro (das ist die Tim-Mälzer-Grillzange von Lurchi), gefertigt aus etwas dünnem Edelstahl, gebürstet, stabile Verbindung beider Zangenhälften, aber wenig passgenau, da die Zangenspitzen nicht exakt aufeinanderklappen. Beide Zangen liegen sehr gut in der Hand, sind allerdings etwas schmal. Bedienbarkeit mit Handschuhen (getestet mit Ox-On-Driver und Nomex-Feuerwehrhandschuh) ist sehr gut. Leider besteht bei etwas unaufmerksamer Bedienung ohne Handschuhe die Möglichkeit, sich Haut im Gelenkbereich der Cuisipros einzuquetschen.DSC_648402

Die beiden Cuisipro Grillzangen in 30 und 40 cm Länge
 

Die nächsten drei Zangen sind alle vom selben Hersteller, nämlich Rösle. Sie verfügen über eine verdeckte Mechanik, die allein durch Schwerkraft die Zange im geschlossenen Zustand feststellen kann. Mein erstes Modell dieser Zange hat nicht sonderlich lange gehalten und mußte vom Hersteller umgetauscht werden, was aber problemlos ablief.
Die aktuellen Modelle, die Stocki geliefert hat, sind im Verschlußbereich modifiziert und stabiler ausgeführt, so dass Verschlußdefekte in der seinerzeit aufgetretenen Art nicht mehr möglich sein dürften.

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Hier die 3 Rösle-Gourmetzangen in 23, 30 und 40 cm Länge


Der Mechanismus ist sehr einfach gehalten. Der Hersteller hat sogar eine Kurzanleitung auf die Zangen gedruckt: Hält man die Zange mit den Greifbacken nach oben und drückt sie zusammen, rastet der Mechanismus ein und die Zange ist geschlossen. Um die Zange wieder benutzen zu können, hält man einfach die Zangenspitze nach unten, drückt die Griffe leicht zusammen und die Zange ist geöffnet. Sie bleibt es solange, bis man die Spitzen wieder nach oben dreht. Narrensichere Sache. Was man tunlichst unterlassen sollte, ist die Weitergabe der Zange an Unkundige, die möglicherweise durch rabiaten Krafteinsatz die zugeklappte Zange auseinanderbiegen wollen, um sie zu öffnen.

Mein Eindruck: Sehr stabil und paßgenau verarbeitete Zange, Wechsel von hochglanzpolierten und geschliffenen Flächen in den massiven Edelstahlhälften, minimales Spiel im Gelenk, die Zangenspitzen treffen beim Schließen genau aufeinander, so dass man sogar ein Streichholz sauber aufheben kann. Auch mit Handschuhen sehr gut zu bedienen. Im Vergleich zur Cuisipro-Zange wirkt die Qualität mindestens eine Klasse besser.

Getestet wurden die Rösle Grillzangen mit 23 cm, 30 cm und 40 cm. Die kleine Zange, die richtig niedlich in der Hand liegt, habe ich mit in den Test einbezogen, um festzustellen, wie brauchbar diese bei größeren Grillmengen ist, die schnell gewendet werden müssen (z.B. 15 Steaks zur selben Zeit grillen, da ist eine 40er Zange schon etwas unhandlich). Da ich fast immer Handschuhe am Grill trage und dies auch immer propagiere, besteht trotz der geringen Zangengröße keine größere Verbrennungsgefahr über dem Grill. Die Kleine ist angenehm solide und schwer, ein richtiger Handschmeichler.

Jetzt kommt noch ein sehr elegantes und edles Zangenmodell, geliefert in einem Samtbeutel gegen Kratzer, gefertigt aus massivem Edelstahldraht, massive Gelenkkonstruktion. Unkaputtbar. Es ist die GEFU-Grillzange. Sie liegt trotz ihrer durchdachten Form wegen der dünnen und ohne Griffschalen ausgestatteten Griffe nicht ganz optimal in der Hand. Das Schließen der Zangenbacken erfolgt, indem man die auseinanderstehenden Griffhälften zusammendrückt. Funktioniert einwandfrei und dauerhaft. Aber bei längeren Vergrillungen mit häufigem Zangeneinsatz drücken die dicken Griffdrähte unangenehm. Mit Handschuhen merkt man davon naturgemäß nichts.

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Die Zange hat dreizackige Griffbacken, die sehr sauber gegeneinander greifen und präzises Wenden von Grillgut ermöglichen. Ein wirklich schönes und elegantes Stück, aber wegen der Griffkonstruktion eher für die kleine Vergrillung geeignet.
Die beste Show liefert in jedem Falle die GEFU.

Und nun kommt die Zange des AMERIKANISCHEN Grillherstellers, die WEBER-Grillzange aus Edelstahl, made in China. Sie liegt trotz der üppigen Griffe auch mit Handschuhen gut in der Hand, hat pfannenwenderähnlich ausgeformte Griffbacken und eine angenehme Größe: Was mir nicht gefällt: Die Edelstahlgriffe sind hohl und nicht wasserdicht auf dem Zangenstahl montiert, was zur Folge hat, dass nach dem Waschen der Zange Wasser in die hohlen Griffe eindringt und nur nach und nach wieder herausläuft. Das könnte man besser machen, ist aber kein großer Mangel.

 
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Schwerer wiegt folgendes: Beim Zusammendrücken berühren sich die Griffteile im vorderen Bereich. Just in diesem Moment liegen auch die Greifbacken aufeinander, allerdings nicht besonders fest. Es besteht daher gerade bei dünnerem Grillgut die Gefahr, dass dieses von der Zange nicht sicher gehalten wird. Ganz klar ein Konstruktionsfehler. Sowohl die Cuisipros als auch die Rösles sind profiliert und verformen sich nicht. Die Weberzange ist dagegen nur minimal profiliert bzw fast plan und verformt sich. Das geht gar nicht.

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Nun kommt das letzte Modell: Eine Grillzange von Sebastian und Elfriede Fackelmann, die im Vertrieb tatkräftig von Axel "Grillprofi" Schulz unterstützt werden. Die Scherenmechanik funktioniert auch nach längerem Einsatz, hat aber ziemlich viel Spiel. Das "Gelenk" rostet, weil es keine Edelstahlzange, sondern nur verchromtes Metall ist. Die Zange liegt relativ ordentlich in der Hand, verursacht bei längerer Benutzung ohne Handschuhe Druckstellen, wie sie typischerweise bei einer Schere im Dauereinsatz am Daumenballen und am Kleinfinger auftreten. Bei kurzen Vergrillungen ist die Zange aber nicht das schlechteste. Schlecht ist nur die Tauchgummibeschichtung der Griffe. Weniger wäre hier mehr gewesen, denn das Zeug ist weder hitzebeständig noch dauerhaltbar.
Für eine Billiggrillzange aber ein ordentliches Teil, dass es in ähnlicher, aber schlechterer Qualität auch in Billigshops gibt.


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Die Zangen im Direktgrill-Test:
Bei normalen Vergrillungen (direkt) empfiehlt es sich, eine möglichst lange Zange zu verwenden, um Verbrennungen am Unterarm bzw. angesengte Unterarmbehaarung zu vermeiden. 23 cm und 30 cm-Grillzangen sind dafür schon etwas kurz geraten, insbesondere bei Verwendung ohne Handschuh. Als optimal erweisen sich hier die etwas schmale Cuisipro 40 und die massivere Rösle 40, gefolgt von der GEFU und Fackelmann-Billigzange, die beide allerdings schon nach wenigen Minuten Dauerbenutzung unangenehm drücken.
Die Weber-Zange hat zwar eine passende Länge, doch sind die Griffe für den Dauereinsatz zu dick, so dass insbesondere kleinere Frauenhände Probleme haben, die Zange zu bedienen. Dazu kommt wegen der sehr biegsamen Arme ein nicht überzeugendes Greifgefühl.
Im Vergleich habe ich noch die "gepimpte Raichlen-Lumatong" mitlaufen lassen. Von dieser habe ich die Plastikgriffschalen abgebaut, weil sie die Zange sehr massiv und dick machen, ohne dass damit eine Verbesserung der Bedienbarkeit einhergeht. Auch die Raichlen-Zange ist ohne die Griffschalen mit ihrer Länge von über 40 cm sehr gut für Direktvergrillungen geeignet.

Ergebnis Direktgrillen:
Platz 1: Cuisipro 40 und Rösle 40
Platz 2: Raichlen Lumatong mit abgeschraubten Griffschalen
Platz 3: GEFU-Zange
Platz 4: Fackelmann-Grillschere
Platz 5: Weber Grillzange

Die kürzeren Modelle von Cuisipro und Rösle sind nicht gewertet worden. Sie sind aber bei Verwendung angemessener Schutzhandschuhe einwandfrei für Direktvergrillungen geeignet. Ohne Handschuhe sollten nur “temperaturbeständige Griller” die kurzen Zangen einsetzen.

Übrigens: Das hela Gut Glut-Team setzt teilweise die Fackelmann-Grillzangen in Wettkämpfen ein.

Der Test muß an dieser Stelle leider unterbrochen werden, weil die im Indirekt-Grilltest in Führung liegende Rösle-Grillzange 23 cm leider in Schaumburg beim Showgrillen abhanden gekommen ist. Ich muß erst eine neue als Ersatz beschaffen.

Vorläufiger Zwischenstand bei den Grillzangen im Indirekt-Einsatz:

Platz 1: Rösle 23 cm
Platz 2: Rösle 30 cm
Platz 2: Cuisipro 30 cm
Platz 4: die 40er von Cuisipro und Rösle, ferner die Raichlen Lumatong ohne Griffschalen (die ist einfach etwas oversized) und die GEFU-Zange
Platz 5: Fackelmann Grillschere
Platz 6: Weber Grillzange (trotz Nachbiegens der Arme noch immer zu flexibel, läßt keine hohen Haltekräfte am Grillgut zu)

Die 23er Rösle ist der Hammer. sie bildet quasi eine Handverlängerung, bei der gar nicht das Gefühl aufkommt, mit einer Zange zu grillen. Superschnelles Wenden aus dem Handgelenk, sehr sauberer und exakter Griff, gute Verarbeitung. Für das Indirektgrillen zum Wenden kleinerer Fleischstücke und Würstel wirlich das Optimum.

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Hier die kleine Rösle 23 cm Goumetzange

 

Die Rösle und die Cuisipro in 30er Ausführung sind beide auf Platz 2, da sie gleich gute Eigenschaften für das Indirektgrillen aufweisen. Bei der Cuisipro stört mich die Gefahr, sich Haut zwischen den Zangenarmen einklemmen zu können (gilt nur bei Einsatz ohne Handschuh). Trotzdem läßt sie wie die 30er Rösle, deren Verarbeitung gehobener ist, sehr schnelles Arbeiten und Wenden am Grill zu.
Ferner gefällt mir die große Aufhängöse (= Schließmechanismus) der Cuisipros besser als die zu kleine Bohrung an der Rösle, die nicht an alle Haken paßt (z.B. nicht an Weber - und Outdoorchefhalter). Ein Detail, das man nicht vernachlässigen sollte, wenn man mit solchen Haltern arbeitet.
Eine Rösle mit einer Lederschlaufe für die Weberhalter anzupassen ist zwar funktional, aber nicht der Weisheit letzter Schluß. Vielleicht sollte man bei Rösle mal die Zangen in diesem Detail ein wenig überarbeiten und gröere Bohrungen anbringen.

EDIT: Ich werde die Fa. Rösle tatsächlich mal anschreiben. Ggf. sollten die sonst einfach einen Metallring oder Haken mitliefern bzw. ins Programm aufnehmen.

Die Weber-Grillzange ist und bleibt für mich die große Enttäuschung.

Hier endet der Test erst mal, weil eine Ersatzzange beschafft werden muß. Aber es ist schon sicher, dass die Rösles als Testsieger knapp vor den Cuisipros stehen werden. Stockis Zangenempfehlung ist wirklich goldrichtig.

PS Ich weiß nicht, wie viel die Zangen aktuell kosten. Insbesondere die Cuisipro-Zangen gibt es bei Amazon immer wieder mal im Sonderangebot. Bei Rösle als Premiummarke dürfte das eher nie der Fall sein. Preise für die Teile bitte bei Stocki erfragen.

 

Diesen Test finden Sie auch in folgenden Foren:

mybbq.net

Leckergrillen.net

 

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