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Es folgt ein Test über zwei Reisegrills/Klappgrills, nämlich den Son of Hibachi und der Smart Start Grill.
Hier sind die Duellanten:

Zunächst der Son Of Hibachi, ein altbewährter Grill für unterwegs, wiegt etwa 8 Kilogramm und wird in einer stabilen Grillsporttasche geliefert, die bis 450 Grad Celsius hitzefest isoliert ist. Das Testexemplar wurde zur Verfügung gestellt von unserem Teammitglied jamaica Tonne, der die SoHs auf der Seite www.son-of-hibachi.de anbietet.
Und hier der zweite Kämpfer, nämlich der Smart Start Grill, ein sehr leichter und elegant in einer dünnwandigen Nylonumhängetasche verpackter Klappgrill, der unter 3 Kilo wiegt. Geliefert wurde das Testexamplar von TB, der die Teile unter www.bbq-scout.de anbietet..
Welcher Ort in einem Kloster bietet sich an für ein Duell der Nahrungsmittelveredler? Natürlich der Speisesaal, das sog. Refektorium. Und hier stehen "Sumo" SoH und "Smartie" Smart Start vor dem historischen Refektorium des Klosters Höchst i.O. Die Kandidaten laufen sich warm. Wir beginnen mit den Trockenübungen, die den Gegner einschüchtern sollen. Zunächst der äußerst solide wirkende Sumo, der klapperfrei in seiner Tasche transportiert werden kann: Ausgepackt und aufgebaut. Geht ratzfatz und ohne Nachdenken.
Jetzt kommt Smartie in seiner schicken Umhängetasche. Ausgepackt, herumprobiert ohne Anleitung, Prinzip verstanden. Das Teil ist ein ausklappbarer Anzündkamin. In der Tasche ist noch eine Fächerkombination für Grillutensilien. Da hat TB gut mitgedacht.
Und dazu eine Anleitung in luzidem Deutsch. Muß ja mal gesagt werden. Sehr gute Übersetzung, verständliche Erklärung. Vorbildlich. Davon kann sich die Kurzanleitung des Sumo eine Scheibe abschneiden.
Kleiner Test am Rande: Der Smartie paßt perfekt in die Tasche des SoH. Da könnte man auf Gedanken kommen. Leichtgewicht meets Snuff Out-Tasche des SoH.
Das Vorglühen. Beide Kandidaten sollen für die anwesenden Testesser die üblichen Bratwürste und Nürnberger Würstchen sowie Grillfackeln anwärmen. Smokey geht davon aus, dass es sich dabei um die meistvergrillten Gerichte z.B. an Badeseen handelt. Nürnberger sind schön anbrennempfindlich und stellen Direktgrills wie Sumo und Smartie auf eine echt harte Probe.
Beide Grills werden genau nach Anleitung mit Briketts befüllt Der Smartie hat außen eine MAX-Markierung, damit er nicht überfüllt wird
Der Sumo bekommt auf jede Seite eine Lage Briketts, die von den Grillrosten gehalten werden, anschließend wird er zusammengeklappt und leicht mit dem Tragegriff fixiert.
Die Rauchentwicklung beim Smartie ist teilweise sehr störend, der Sumo ist auch wegen der geringeren Brikettmenge sehr raucharm beim Zünden. Während die Kohle im Sumo schon durchgezündet ist, raucht der Smartie....und raucht........und raucht endlich auch nicht mehr. Ergebnis der ersten Anzündung des Smarties: Schöne Farbveränderungen an der Aluminiumbeschichtung. Jetzt kommt ein Highlight des Tests, nämlich das Ausklappen des Smarties Hier wabert die Höllenglut durch die Deckelöffnungen, durch die seitlichen Bohrungen im Smartie ist eine sehr schöne optische Kontrollmöglichkeit zur Feststellung des Durchglühgrades
Die Show geht los (Keine Bedienung des Smarties ohne richtige lange Schutzhandschuhe, das Teil ist oberseitig richtig heiß; als Schutzhandschuh kommt hier ein Testexemplar von TB zur Anwendung, das über eine Top-Isolierung bei guter Passform verfügt. Sehr empfehlenswert). Der Smartie wird nun auf sein zweites Stützbein gekippt. Vorsichtig, ganz vorsichtig kippen, und schon steht er fest auf beiden Stützbügeln Jetzt kommt der Gag: Das Aufklappen des oberen Deckels, der sich perfekt unter die Grillfläche klappt und sich zugleich das Kohlerost fast flach auf den Grillboden legt, von allein Nun noch die sehr spirreligen Grillroste drauf, fertig. Der Smartie ist bereit zum Duell. Alle Zuschauer der Aktion waren von dem Ausklappspektakel begeistert. Schöne Konstruktion. Nun kommt Sumo an die Reihe. Schieberiegel abziehen. Auseinanderklappen, Schublade ggf. von Ascheresten befreien und wieder einsetzen. Fertig. völlig unspektakulär, einfach und sicher. Auch dann, wenn man die Standbügel auszuklappen vergißt, kann nichts passieren. Die Kohlenbriketts werden durch die Roste sicher gehalten. Bereits jetzt fällt auf, dass der Sumo doch eine sehr geringen Menge Kohle aufnimmt, zumindest im Vergleich zum Smartie.
Zwischenergebnis: Der Sumo bringt eine souveräne Leistung. Einfaches Zünden, sicheres Öffnen und Aufbauen. Geht notfalls auch ohne Schutzhandschuhe. Was ein echter Griller natürlich nicht mal im Entferntesten in Erwägung ziehen würde
Es fällt aber sofort auf, dass die Hitzeentwicklung weit hinter dem Smartie zurückbleibt.
Der Smartie hat während des spektakulären Zündvorgangs einige hitzebedingte Farbveränderungen vorgenommen, während der Sumo bleibt wie er ist. Am Smartie sind mir einige unsaubere Grate aufgefallen, an denen ich mich sogar leicht geschnitten habe. Zudem ist durch das Vorglühen das Metall etwas verformt, was aber auf die Funktionalität keinen Einfluß hat. Der Grill ließ sich sehr leicht und sicher öffnen. Im übrigen weist er schon kurz nach dem Öffnen echte Brüllhitze auf.
Kurze Anmerkung dazu: so etwas heißes habe ich bislang erst einmal kennengelernt, nämlich auf dem BBQ-Day 2006, als Keiner für mich einen Old Smokey vorgeheizt hat. Ich hatte ihn gebeten, den Grill fertigzumachen (und meinte damit: grillfertig). keiner meinte wohl, dass der Old Smokey fertiggemacht und kaputtgeglüht werden soll und hat mehr als 3 Kilo Briketts aus dem AZK auf die bereits glühenden Briketts im Grill gekippt. Etwas später war die Unterkante des OS leicht glühend...., der Deckelgriff war trotz Schutzhandschuhen fühlbar heiß. Das war authentische Brüllhitze.
Ich habe im Smartie die Kohle nur bis zum Kohlenrost verteilt, um eine Sicherheitszone zu haben. Wegen der Brüllhitze ist das eine sehr sinnvolle Vorsorgemaßnahme, wie sich gleich darauf zeigte. Innerhalb von 2 Minuten ist ein Nürnberger Würstchen auf dem Smartie von allen Seiten dunkelbraun, so wie Smokey es am liebsten mag. Keine Sekunde Pause, am Smartie muß ständig gewendet und gedreht werden. Dafür belohnt er mit gleichmäßiger Bräune und einem insgesamt sehr guten Grillergebnis. Wenn die Grillroste massiver wären, würde man sogar ein Branding hinbekommen. Fest steht aber auch, dass man den Smartie im Grillbetrieb nicht eine Sekunde aus den Augen lassen kann. Ständiges Drehen ist eben immer erforderlich. Als der Smartie die erste Würstelportion servierfertig hatte, war auf dem Sumo gerade eine leichte Bräunung erkennbar. Die Nürnberger waren auf der testweise mit weniger Briketts beladenen Seite und hatten nur Temperatur angenommen, ohne braun zu werden. Der Sumo ermöglicht ein sehr ruhiges und streßfreies Grillen für max. 4 Personen. Ein Würstchen braucht hier 6-8 Minuten, um schön und gleichmäßig gebräunt zu werden.
Der Smartie dagegen kann bei Bedienung durch zwei mit Grillzangen ausgestatteten Grillern bis zu 10 Personen mit Würstchen versorgen. Während des Grillvorgangs ist dabei aber hohe Aufmerksamkeit erforderlich, sehr hohe Aufmerksamkeit. Dafür gibt es als Belohnung echt krosse und braune Würstel, die perfekt durchgegart sind, und zwar in Minutenschnelle. Der Smartie hat die Gluthitze über eine Stunde gehalten. Danach kühlte er ganz langsam ab und ermöglichte ein gemächlicheres Grillen a la SoH. Ohne Streß geht es also auch mit dem Smartie.
Fazit des Bratwurstgrilltests:
Der SoH-Sumo ist einer von der gemütlichen Fraktion, keine Brüllhitze, aber lange gleichmäßig warm. Er ermöglicht streßfreies und gemütliches Grillen für bis zu 4 Personen und bringt dabei ein sehr gleichmäßiges Grillergebnis, ohne dass stressiges Wenden oder gar Ablöschen von Fettbränden erforderlich werden (Anmerkung Smokey: ich habe den SoH schon seit mehr als anderthalb Jahren in Betrieb. Wenn ich z.B. für das Steakgrillen Brüllhitze brauche, betreibe ich ihn mit reiner Holzkohle, die zwar nicht so lange glüht, aber sehr hohe Temperaturen ermöglicht. Für diesen Test wurden zur Vergleichbarkeit in beiden Grills Briketts genommen). Der Smartie ist nach etwas längerem Zündvorgang mit seiner massiven Hitzeentwicklung und trotz der dünnen Grillroststäbe ein echter Leistungsbringer für die Versorgung vieler hungriger Mäuler. Zudem ist die Show beim Öffnen kaum zu übertreffen... Und wenn ich hier das Wort "kaum" verwende, dann hat das einen Sinn. Die Öffnungsshow des Smarties wird nur durch eines übertroffen, nämlich das Einpacken des SoH in die Grillsporttasche. Ohne Abkühlung, glühendheiß, einfach in die Tasche. Immer wieder ein unglaublicher Vorgang, der unter Umständen zum Heranspringen aufmerksamer Zuschauer führen kann, die den Griller vom Einpacken abhalten wollen (Ist mir schon mehrfach passiert). Zunächst wird der heiße Sumo mit dicken Handschuhen zugeklappt. Er ist noch "sehr warm", um nicht zu sagen, richtig heiß. Dann den Haltegriff aufschieben, Standbügel hochklappen, Grillsporttasche öffnen, Sumo hineinstellen (Anmerkung: Der Grill ist an und immer noch glühend heiß, rundum). Deckel hochklappen, Reißverschluß bedienen, Reißverschluß vollständig zuziehen...und auf nach Hause
In der verschlossenen Tasche erlischt die Glut nach wenigen Minuten. Während dieser Zeit ist aber noch so viel Hitze vorhanden, dass die Grillroste richtiggehend freigebrannt werden. Eine Art Selbstreinigungssystem. Die Tasche selbst wird außenseitig warm, an der Seite mit der Außentasche etwa 30-40 Grad, an der Taschenseite ohne Außentasche etwas mehr. Die Temperatur ist aber erträglich und fährt auch bei längerem Handkontakt nicht zu Verbrennungen.
Der Smartie muß ausglühen, bevor man die Kohle korrekt entsorgen kann. Er verfügt nicht über ein Selbstreinigungssystem und hat keine Tasche für die fettigen Grillroste. Hier muß der kluge Griller vorsorgen und sich etwas Zeitungspapier mitbringen, um die benutzten Roste bis zur endgültigen Reinigung in die Transporttasche einzupacken. Der Vorteil mit der Transporttasche ist es, der den SoH zumindest für mich das Duell gewinnen läßt, wenn auch nur knapp.
Die Grilleistung des Smarties ist überzeugend. Durch seine breite Grillwanne läßt sich die Holzkohle nach Belieben verteilen, lediglich die Grillroste sind verbesserungswürdig, sowohl hinsichtlich der Auflage auf der Wanne als auch von der Stärke her. Der SoH erreicht mit Briketts eine geringere Temperatur und ermöglicht auch wegen seiner höhenverstellbaren Grillroste eher das bereits benannte gemütliche Grillen, er zündet schneller und rauchärmer, er hat massive Gussroste, eine massive Außenhülle, und er hat die Grillsporttasche, die wirklich unglaublich ist.
Fazit: Wer für eine größere Gruppe grillen will, die Glut nach dem Grillen sicher am Grillort entsorgen kann und einen transportablen Grill sucht, der wählt den Smartie. Die etwas eingeschränkte Verarbeitungsgüte mag daraus resultieren, dass es sich bei dem Testgrill um ein Vorserienmodell handelt.
Wer gemütlich unterwegs, z.B. bei einer Rast an der Autobahn, grillen will und den Grill sofort nach der Vergrillung ohne Kohleentsorgung wieder einpacken will, für den gibt es nur den SoH, den gut und stabil verarbeiteten Sumo, der deshalb eben auch mit kleinem Vorsprung der Testsieger ist Beide Grills muß man im Betrieb gesehen haben. Kein Vergleich mit Minigrills, Tankstellengrills usw. Beide sind auf ihre Art echte Hochleistungsgeräte.
Abschließender Hinweis: Genaue Preise bitte ich bei den oben genannten Lieferanten zu erfragen. Preise sind nicht in die Bewertung eingeflossen. Der Smartie ist eine Eigenproduktion der Fa. BBQ-Scout und meines Erachtens nirgendwo sonst erhältlich.
Hinweis: Eine ausführliche und vollständig bebilderte Version dieses Smokeytests finden Sie hier:
mybbq.net________________
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